Das Boot selbst war recht klein, aber fuer die 21 Passagiere (14 Taucher, 3 Tauchlehrer und 4 Crew) ausreichend, wenn es auch nicht fuer jeden eine Kabine gab. Aber einige Leute wollten sowieso lieber auf dem Sonnendeck schlafen, so dass auch das kein Problem war. Die erste richtige Ueberraschung kam dann, als ich die aufgehaengten Handtuecher sah und gleich mal ein St Pauli Handtuch entdeckte. Es stellte sich dann heraus, dass der Besitzer selbst aus Hamburg kommt und seit 10 Jahren Dauerkartenbesitzer (Gegengerade) ist. Witzigerweise ist er zudem der Eigentuemer von zwei Kneipen im Schanzenviertel, eine von beiden (Bedford Cafe) war einige Zeit lang sogar mal mein Lieblingsladen bis er dann umdekoriert wurde von einer gemuetlichen Bierkneipe zu einer Lounge fuer Tussies und Weissweinschorletrinker. Mit Gerrit habe ich an Bord dann auch viel Zeit verbracht und gekloent. Dabei ist mir gleich mal aufgefallen dass ich schon seit fast 3 Wochen nicht mehr auf der St Pauli Homepage war und ueberhaupt nicht mehr auf dem laufenden bin. Da muss sich jemand nach meiner Rueckkehr wohl mal ein paar Stunden Zeit fuer ein Update nehmen - gell Klaas? ;)
16 Tauchgaenge in fuenf Tagen sind wirklich sehr viel wie ich festgestellt habe. Zumal am ersten und letzten Tag nur je zwei gemacht wurden. Somit sah der uebliche Tagesablauf so aus:
7.15 Erster Tauchgang
8.30 Fruehstueck
10.30 Zweiter Tauchgang
12.00 Mittagessen
13.30 Dritter Tauchgang
14.30 Kleiner Snack
17.00 Vierter Tauchgang
18.30 Abendessen
Da erkennt man ein klares Schema oder?
Danach war dann etwas entspannen sowie das aktualisieren der Logbuecher angesagt. Irgendwann ging es dann auch ins Bett, wobei vor 10 nicht an schlafen zu denken war, denn dann erst wurde der Generator abgeschaltet, der doch recht laut war.
Das ganze hat sich auf jeden Fall gelohnt, aber in Zukunft wuerde ich lieber Reisen mit drei Tauchgaengen am Tag machen - da bleibt einfach mehr Zeit sich zu entspannen, die Reise zu geniessen und auch mal eine der Inseln zu besuchen. So war es vor allem Essen, Tauchen, Schlafen. Aber das ganze eben mit wirklich netten Leuten, was wirklich deutlich wird, wenn man bedenkt, dass ich (der nun ja wahrlich kein Menschenfreund bin) nur zwei der 14 Leute nicht leiden konnte :)
Bei all diesen Tauchgaengen habe ich viele neue Sachen gesehen und einige spannenden Momente gehabt, zB beim durchtauchen einiger Tunnel oder dem "abhaengen" an einer Klippe inmitten einer sehr starken Stroemung. Die Kroenung kam aber bei unserem zweiten Tauchgang in Koh Bon. Nachdem unsere Gruppe im ersten Tauchgang doch arg enttaeuscht wurde, denn alle anderen Tauchgruppen hatten zumindest aus der Ferne einen Mantarochen gesehen und wir als einzige nicht, hatten wir hier wirklich den Jackpot.
Gleich als wir runtergingen sahen wir direkt unter uns, etwa auf 10m einen voellig schwarzen Manta - sehr ungewoehnlich. Leider war ich so ueberrascht, dass bis ich meine Kamera bereit hatte der schon wieder fast ausser Sicht war. Leicht enttaeuscht habe ich vom letzten Schatten noch angefangen ein Video zu drehen als mein Tauchguide wild fuchtelnd ueber mich deutet. Und da hing, keine fuenf Meter ueber mir ein riesiges zweites Exemplar und segelte langsam ueber mich hinweg!
So bin ich gestern nach fuenf anstrengenden Tagen wieder in Ranong angekommen und muss mich erstmal wieder daran gewoehnen, dass der Boden stabil ist und ich mich selbst darum kuemmern muss, etwas zu essen zu bekommen.
Die Auswirkungen des stark verspaeteten Nordost Monsuns waren dabei in den letzten Tagen auch in der Andaman See zu spueren, so dass das Boot einige Male doch arg geschaukelt hat. Am Tag vor unserer Rueckfahrt wurde es dann so stark, dass der Kapitaen beschlossen hat, die Reiseroute zu aendern. Im Norden sind die Wellen wohl immer noch hoeher und so sind wir von den Similan Inseln gerade richtung Osten nach Khao Lak gefahren und von dort mit dem Minibus wieder nach Ranong. Am selben Abend noch nach Phayam zu kommen war leider nicht moeglich, da nur zwei Boote am Tag fahren. Heute noch hinzufahren, um nicht einmal 24h dort zu verbringen, hat sich auch nicht wirklich gelohnt. Aber so hatten wir gestern noch mal die Gelegenheit mit allen Tauchern zum Abschied zusammen Essen zu gehen und danach noch in eine kleine Cocktailbar. Das war eigentlich ein sehr netter Abschluss der Reise und man konnte nochmal einige Adressen und Tipps fuer die Weiterreise austauschen. Der Ort scheint auch recht interessant zu sein - sehr anders als die meisten "Staedte" Thailands, da Ranong stark chinesisch gepraegt ist. Viel habe ich noch nicht gesehen, da ich heute erstmal die Optionen geprueft habe, wie ich am besten nach Bangkok komme und nun schon seit einiger Zeit hier am Internet haenge. Ist nun ja auch fast eine Woche her, dass Ihr von mir gehoert habt und auch emails waren wieder einige zusammen gekommen.
Somit bleibe ich heute nun hier, fahre morgen mit dem Bus nach Bangkok und habe dort noch einen ganzen Tag bevor es in der Nacht zum Freitag dann zum Flughafen geht.