Dienstag, 13. Januar 2009

Wieder in Ranong

So nun bin ich wieder an Land - leider doch nicht noch einmal auf Koh Phayam sondern in Ranong aber dazu spaeter mehr.

Mein Tauchboot fuhr am Donnerstag ja zunaechst mit einigen Leuten in Ranong los und hat dann erstmal die meisten Taucher von Koh Chang - meiner Nachbarinsel - abgeholt und dann auch noch mich von Koh Phayam. Da gerade Ebbe war konnte das Boot dabei nicht direkt an den Pier kommen, sondern hat ein Dinghy losgeschickt. Somit war allein das aufs Boot kommen schon mal ein erstes Abenteuer fuer sich.
Das Boot selbst war recht klein, aber fuer die 21 Passagiere (14 Taucher, 3 Tauchlehrer und 4 Crew) ausreichend, wenn es auch nicht fuer jeden eine Kabine gab. Aber einige Leute wollten sowieso lieber auf dem Sonnendeck schlafen, so dass auch das kein Problem war. Die erste richtige Ueberraschung kam dann, als ich die aufgehaengten Handtuecher sah und gleich mal ein St Pauli Handtuch entdeckte. Es stellte sich dann heraus, dass der Besitzer selbst aus Hamburg kommt und seit 10 Jahren Dauerkartenbesitzer (Gegengerade) ist. Witzigerweise ist er zudem der Eigentuemer von zwei Kneipen im Schanzenviertel, eine von beiden (Bedford Cafe) war einige Zeit lang sogar mal mein Lieblingsladen bis er dann umdekoriert wurde von einer gemuetlichen Bierkneipe zu einer Lounge fuer Tussies und Weissweinschorletrinker. Mit Gerrit habe ich an Bord dann auch viel Zeit verbracht und gekloent. Dabei ist mir gleich mal aufgefallen dass ich schon seit fast 3 Wochen nicht mehr auf der St Pauli Homepage war und ueberhaupt nicht mehr auf dem laufenden bin. Da muss sich jemand nach meiner Rueckkehr wohl mal ein paar Stunden Zeit fuer ein Update nehmen - gell Klaas? ;)

16 Tauchgaenge in fuenf Tagen sind wirklich sehr viel wie ich festgestellt habe. Zumal am ersten und letzten Tag nur je zwei gemacht wurden. Somit sah der uebliche Tagesablauf so aus:
6.30 Wecken
7.15 Erster Tauchgang
8.30 Fruehstueck
10.30 Zweiter Tauchgang
12.00 Mittagessen
13.30 Dritter Tauchgang
14.30 Kleiner Snack
17.00 Vierter Tauchgang
18.30 Abendessen
Da erkennt man ein klares Schema oder?
Danach war dann etwas entspannen sowie das aktualisieren der Logbuecher angesagt. Irgendwann ging es dann auch ins Bett, wobei vor 10 nicht an schlafen zu denken war, denn dann erst wurde der Generator abgeschaltet, der doch recht laut war.

Das ganze hat sich auf jeden Fall gelohnt, aber in Zukunft wuerde ich lieber Reisen mit drei Tauchgaengen am Tag machen - da bleibt einfach mehr Zeit sich zu entspannen, die Reise zu geniessen und auch mal eine der Inseln zu besuchen. So war es vor allem Essen, Tauchen, Schlafen. Aber das ganze eben mit wirklich netten Leuten, was wirklich deutlich wird, wenn man bedenkt, dass ich (der nun ja wahrlich kein Menschenfreund bin) nur zwei der 14 Leute nicht leiden konnte :)
Wer entdeckt den Fisch?

Bei all diesen Tauchgaengen habe ich viele neue Sachen gesehen und einige spannenden Momente gehabt, zB beim durchtauchen einiger Tunnel oder dem "abhaengen" an einer Klippe inmitten einer sehr starken Stroemung. Die Kroenung kam aber bei unserem zweiten Tauchgang in Koh Bon. Nachdem unsere Gruppe im ersten Tauchgang doch arg enttaeuscht wurde, denn alle anderen Tauchgruppen hatten zumindest aus der Ferne einen Mantarochen gesehen und wir als einzige nicht, hatten wir hier wirklich den Jackpot.
Gleich als wir runtergingen sahen wir direkt unter uns, etwa auf 10m einen voellig schwarzen Manta - sehr ungewoehnlich. Leider war ich so ueberrascht, dass bis ich meine Kamera bereit hatte der schon wieder fast ausser Sicht war. Leicht enttaeuscht habe ich vom letzten Schatten noch angefangen ein Video zu drehen als mein Tauchguide wild fuchtelnd ueber mich deutet. Und da hing, keine fuenf Meter ueber mir ein riesiges zweites Exemplar und segelte langsam ueber mich hinweg!

Dieser war so gross, dass er sich schon ein wenig haette falten muessen um in mein Wohnzimmer zu passen! Er war dann auch so nett fast 10 Minuten bei uns zu bleiben, bevor er weitergesegelt ist. Und ziemlich gegen Ende des Tauchgangs haben wir sogar alle beide noch einmal wiedergetroffen. Aber allein diese 10 Minuten waren schon die ganze Reise wert!

So bin ich gestern nach fuenf anstrengenden Tagen wieder in Ranong angekommen und muss mich erstmal wieder daran gewoehnen, dass der Boden stabil ist und ich mich selbst darum kuemmern muss, etwas zu essen zu bekommen.
Die Auswirkungen des stark verspaeteten Nordost Monsuns waren dabei in den letzten Tagen auch in der Andaman See zu spueren, so dass das Boot einige Male doch arg geschaukelt hat. Am Tag vor unserer Rueckfahrt wurde es dann so stark, dass der Kapitaen beschlossen hat, die Reiseroute zu aendern. Im Norden sind die Wellen wohl immer noch hoeher und so sind wir von den Similan Inseln gerade richtung Osten nach Khao Lak gefahren und von dort mit dem Minibus wieder nach Ranong. Am selben Abend noch nach Phayam zu kommen war leider nicht moeglich, da nur zwei Boote am Tag fahren. Heute noch hinzufahren, um nicht einmal 24h dort zu verbringen, hat sich auch nicht wirklich gelohnt. Aber so hatten wir gestern noch mal die Gelegenheit mit allen Tauchern zum Abschied zusammen Essen zu gehen und danach noch in eine kleine Cocktailbar. Das war eigentlich ein sehr netter Abschluss der Reise und man konnte nochmal einige Adressen und Tipps fuer die Weiterreise austauschen. Der Ort scheint auch recht interessant zu sein - sehr anders als die meisten "Staedte" Thailands, da Ranong stark chinesisch gepraegt ist. Viel habe ich noch nicht gesehen, da ich heute erstmal die Optionen geprueft habe, wie ich am besten nach Bangkok komme und nun schon seit einiger Zeit hier am Internet haenge. Ist nun ja auch fast eine Woche her, dass Ihr von mir gehoert habt und auch emails waren wieder einige zusammen gekommen.
Somit bleibe ich heute nun hier, fahre morgen mit dem Bus nach Bangkok und habe dort noch einen ganzen Tag bevor es in der Nacht zum Freitag dann zum Flughafen geht.

Mittwoch, 7. Januar 2009

Im Paradies

Erstmal ein kleiner Nachtrag zu Koh Phangan, ist beim letzten Mal leider untergegangen, da ich schnell zu meinem Mueckenspray wollte:
Die Insel wandelt sich wirklich zusehends. Jedes Mal, wenn ich dort bin stelle ich deutliche Veraenderungen fest. So wurde nun - auch noch waehrend ich da war - die Hauptstrasse, die die beiden Doerfer Thongsala (da ist der Pier) und Chaloklum (in der Naehe von dort wohne ich immer) komplett neu betoniert und Thongsala ist inzwischen sehr belebt. Leider vor allem mit angetrunkenen Westlern mit nacktem Oberkoerper.
Aber auch im Norden hat sich einiges getan. In der Bucht von Chaloklum gibt es nun zwei Luxus Hotels und sogar die Strasse zu meinem Strand ist nun befestigt! Zu guter Letzt musste Bovy ihren Widerstand wohl aufgeben, die mit der schlechten Strasse dafuer sorgen wollte, dass der Strand ruhig bleibt. Und am Wegesrand stehen sogar schon Strommasten, allerdings erst zu einem drittel mit Leitungen versehen. Aber es sieht so aus als wuerden in den naechsten Jahren die Generatoren ueberfluessig werden. Schade eigentlich - irgendwie ist es lustig wenn das Licht im Bungalow immer mal wieder flackert wie eine Kerze und die Musik im Restaurant ploetzlich klingt als wuerde eine Schallplatte (kennt das noch jemand?) zu langsam gespielt werden.
Im Ressort selbst gibt es nun in jedem Bungalow Warmwasser und das sogar direkt aus der Wand ganz ohne Boiler. Sowas hab ich in ganz Thailand noch nicht gesehen, glaube ich. Zum Duschen finde ich das bei den Temperaturen hier zwar reichlich ueberfluessig, aber beim rasieren ist es doch sehr willkommen!

Nun aber zu meinem derzeitigen Aufenthaltsort - Koh Phayam. Nach meiner einen Nacht in Ranong, welches sehr unspektakulaer aber nett ist, bin ich mit dem Mittagsboot hierhergetuckert. Unglaublich was hier auf so ein Boetchen geladen wird. Als ich gerade dachte, jetzt ist es aber wirklich endgueltig voll, kamen noch 7 Passagiere und mit Ihnen 3 Mopeds...
In dem Moment war ich wirklich froh, eine wasserdichte Tasche dabei zu haben fuer meine wichtigsten Dinge. Aber das Boot war stabiler als gedacht und wir kamen leicht nach zwei Stunden hier an.
Und hier ist wirklich unglaublich schoen. Die Insel ist noch total ruhig, voellig untouristisch und bietet doch alles was man so braucht. Sogar ein Krankenhaus gibt es seit neuestem. Und selbst ein wenig Nachtleben ist vorhanden. So gab es gleich an meinem ersten Abend ein Konzert in der "Rastababy Bar", dass ich mir natuerlich nicht entgehen lassen konnte. Moechte gar nicht wissen, wie die Ihre Ausruestung herbekommen haben... WItzigerweise war es sogar dieselbe Band, die Robbin (mein Bruder) im letzten Jahr ebenfalls in Thailand live gesehen hat! Und heute abend gibt es eine Geburtstagsparty in einer anderen Bar, zu der ich zwar bereits zweimal eingelanden wurde, aber die ich wohl auslassen werde. Immerhin moechte ich morgen auf dem Boot ausgeschlafen und nuechtern ankommen :)
Die Touristen sind dabei hier auf fuenf Straende verteilt, so dass man ueberall den Eindruck bekommt, als seien nicht mehr als 500 Leute auf der Insel. Auch die Einwohner scheinen viel entspannter zu sein und selbst die Hunde sind netter!
Die beiden Exemplare auf dem Foto haben mich wohl als persoenlichen Freund auserkoren und seit ich einmal einen Stock fuer sie geworfen habe, folgen Sie mir auf Schritt und Tritt, wann immer ich am Strand entlang gehe und wenn ich mich irgendwo zum lesen hinsetze legen Sie sich dazu oder balgen sich um mich herum. A pro pos Schritt, an diesen Straenden ist es so ruhig, dass ich wenn ich einen Weg ein zweites Mal gehe, meine eigenen (recht markanten) Fussabdruecke wieder finde. Und das teilweise auch noch am naechsten Tag. Das alles, obwohl hier im Augenblick fast alles ausgebucht ist, wie ich selbst schon feststellen musste.

Das Ressort zu dem ich eigentlich wollte ist gar nicht erst ans Telefon gegangen (hatten sie wohl nicht mehr noetig). Die Alternative, die mir vermittelt wurde, hat mir leider nicht so zugesagt, so dass ich am naechsten Tag erstmal mit dem Moped rumgefahren bin um eine Alternative zu finden. Die ersten 4 waren restlos ausgebucht, aber das bei dem ich nun gelandet bin ist einfach der Hammer. Genau so, wie man sich einen Strand Bungalow wuenscht, mit Haengematte, zwei offenen Seiten - die einen den Strand vom Bett aus beobachten lassen, und einem genialen halboffenen Badezimmer. Allerdings geht es morgen nun ja schon aufs Boot, so dass ich nur zwei Tage hier geniessen konnte. Aber ich habe schon geklaert, dass ich auf dem Rueckweg wieder hier abgesetzt werde, und nochmal zwei Naechte hier bleibe, bevor es mit einem Tag Zwischenstopp in Bangkok an die Heimreise geht. Einerseits schade, aber auch Deutschland hat seine Vorteile - so freue ich mich schon wieder auf einen Tag ohne Muecken!
Morgen geht es nun wie gesagt, erstmal fuer 5 Tage und 16 Tauchgaenge aufs Boot. Fuer diejenigen, die es interessiert hier meine Reiseroute. Danach melde ich mich bestimmt noch einmal bevor es dann richtung Hamburg geht.

Samstag, 3. Januar 2009

Koh Phangan und wilde Tiere

Frohes Neues Jahr! (wenn auch ein bisschen spaet)

Nun ist es doch wieder eine ganze Weile her, seit ich mich gemeldet habe. Aber aus diversen Gruenden, zu denen ich gleich noch komme, war es wirklich schwer an Internet zu kommen und dann noch die Musse zu finden einen neuen Bericht zu schreiben. Aber erstmal von Anfang an...
Die Reise am 29. war eigentlich problemlos, nur ein bisschen umstaendlicher und dadurch laenger als ich gehofft hatte. Durch das haeufige Umsteigen und warten (Taxi,Boot,Taxi,Bus,Faehre,Taxi) war ich insgesamt fast 13 Stunden unterwegs. In fast derselben Zeit haette ich es auch nach Frankfurt schaffen koennen ;)
Aber wieder auf Koh Phangan zu sein, war schon schoen. Unglaublich, wie viele Leute einen selbst nach so langer Zeit wieder erkennen. In meinem bevorzugten Resort habe ich einen wirklich schoenen Bungalow bekommen und wurde auch gleich wieder extrem freundlich aufgenommen.
Schon von der Faehre aus, hatte ich bei der Tauchschule angerufen, bei der ich urspruenglich das Tauchen mal gelernt habe um zu erfahren ob sie am naechsten Tag raus fahren wuerden. Die Tage zuvor war es naemlich recht windig im Golf und durch die damit verbundenen Wellen sind kaum Tauchboote unterwegs gewesen. Aber ich hatte Glueck und am naechsten Tag war es total ruhig, so dass ich zwei schoene Tauchgaenge im Marine National Park hatte, wo ich vorher noch nie war.
Leider war es das aber auch schon mit meinem Glueck. Nach dem Tauchen hat mich einer der Tauchlehrer mit dem Moped zurueck gebracht und auf dem Weg sind wir einem total durchgeknallten Hund begegnet. Erst meinter er, er muesste unbedingt das Motorrad verfolgen und uns anbellen und als sei ihm das nicht genug hat er mich dann auch noch waehrend der Fahrt gebissen. Der Hund war dabei nichtmal ein wild lebender (die in Thailand ja sehr haeufig sind), sondern hatte ein Halsband. Die Wunde war wirklich winzig, eigentlich sah es mehr aus wie eine Schuerfwunde, aber da sie ein bisschen geblutet hat, dachte ich mir ich rufe sicherheitshalber mal meine Krankenkasse an. Auf deren Anraten bin ich dann doch noch zum Arzt gefahren und habe die Wunde versorgen lassen. Bloederweise habe ich so ziemlich jede Impfung die fuer diese Gegend Sinn macht aber keine gegen Tollwut. Ich bin mir zwar ziemlich sicher, dass der Hund nur spielen wollte und garantiert keine Tollwut hat, aber drauf ankommen lassen will man es ja auch nicht... Also habe ich 5 Tage Wasserverbot (grml) bekommen und muss nun eine Reihe von Spritzen ueber mich ergehen lassen (richtig klasse war gleich die erste, bei der ein gefuehlter halber Liter Serum direkt in die Wunde gespritzt wurde - lecker), die immer an bestimmten Tagen verabreicht werden muessen. Passenderweise faellt einer der Termine genau auf die Zeit in der ich auf einem Liveaboard bei den Similan Islands sein wollte. Das kann ich damit dann auch knicken. Ganz nebenbei hat der Spass uebrigens gut ein Viertel meines Reisebudgets verschlungen :(
Nun ja, nach all den Informationen war ich natuerlich erstmal gut genervt - scheiss Toele.
Aber da am naechsten Tag Sylvester war, habe ich das ganze erstmal verdraengt und meine nun noetigen Umplanungen auf den 1. Januar verschoben.

Im Resort habe ich aber einige sehr nette Leute kennengelernt, mit denen ich dann auch zu der Party am Haad Rin Beach gefahren bin. Die war wieder mal wirklich gut, und wesentlich groesser als die bisherigen, die ich dort erlebt habe. Aber wie extrem sich manche Leute voll laufen lassen ist echt nicht mehr schoen. Da ist man dann doch froh, wenn man am anderen Ende der Insel wohnt und diese Leute ausser bei der Party nicht sehen muss ;)

Das Wetter war in der Zeit leider nicht berauschend. Ich weiss gar nicht ob ich in den 4 Tagen auf der Insel ueberhaupt mal die Sonne gesehen habe, und die Wetterberichte waren auch nicht sehr viel versprechend. Nachdem dann gestern die Leute mit denen ich die meiste Zeit verbracht habe, alle abgereist sind habe ich einfach mal ein bisschen die Wetterberichte angeschaut und mich danach entschieden wie es weiter geht.
Mein neuer Plan ist also ab morgen fuer vier oder fuenf Tage nach Koh Phayam zu fahren und dann ein Liveaboard von dort aus zu nehmen. Das, welches ich jetzt im Auge habe, klingt auch gut und faehrt in 4 Tagen alle interessanten Orte an.
Somit bin ich heute erstmal nach Ranong gefahren und werde hier eine Nacht verbringen. Morgen versuche ich dann das Liveaboard zu organisieren und dann gehts ab auf die Insel. Nach dem was ich gesehen habe ist morgen diese Ecke, die einzige in Thailand mit Sonne!
Nach der Tauchreise muss ich dann mal schauen. Wenn es mir auf Phayam gut gefaellt und das Wetter passt, fahre ich vielleicht nochmal ein paar Tage dorthin. Sonst evtl nach Bangkok...

Ich hoffe ihr hattet alle ein schoenes Sylvester und habt Euch nicht so daneben benommen wie die Leute, die ich gesehen habe ;)